Kunsttherapie &  Lebenskunst

Überlegungen zur Bedeutung der philosophischen Lebenskunst nach Wilhelm Schmid für die Kunsttherapie

Wie das eigene Leben in seiner ethischen und ästhetischen Dimension gestaltet werden kann, stellt eine Kernfrage menschlichen Handelns dar. Die damit verbundenen Wechselwirkungen zwischen individueller Lebensgestaltung und künstlerischem Handeln beschäftigen in besonderem Maße therapeutisch und künstlerisch tätige Menschen. Grundlegende Positionen zu dieser Fragestellung finden sich in den neuen Ansätzen einer philosophischen Lebenskunst, wie sie aktuell auch von dem Philosophen Wilhelm Schmid zur Diskussion gestellt werden. Anhand eines Subjektbegriffs, der von einer Vielgestaltigkeit des Selbst ausgeht, wird dabei ein Individuum umkreist, das auch die Bruchstellen und Widersprüche seines Lebens zu gestalten versucht.

An Beispielen der Gegenwartskunst wird verdeutlicht, wie Künstlerinnen und Künstler den Begriff der Identität hinterfragen und dabei Strategien entwickeln, die im Zwischenraum von Scheitern und Gelingen vermittelnd wirken können.

Dieses Potential ist auch in der kunsttherapeutischen Begegnung, die das Umkreisen, Erkunden und Ausdifferenzieren einer gestalterischen Suchbewegung begleitet, von zentraler Bedeutung. Werkprozess und eigene Biographie verflechten sich dabei und formen sich gegenseitig aus.

 

Bettina Meffert

Diplom-Kunsttherapeutin (FH), Studium an der Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen. Seit 2004 freiberufliche Tätigkeit als Kunsttherapeutin

 

 

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